Die Schweden und das Fluchen
Ursäkta min dåliga franska – entschuldigen Sie mein schlechtes Französisch. Vielen gefällt das Fluchen nicht und im üblichen Sprachunterricht lernt man es gar nicht erst. Warum, frage ich immer, denn das Fluchen ist ein großer Teil einer Sprache und notwendig, um Emotionen zeigen zu können. Es mag vielleicht so klingen, als hätte man keine Impulskontrolle aber wir werden trotzdem nicht drumherumkommen, dass geflucht wird und warum sollte man dann nicht lernen das, was gesagt wird, zu verstehen?
Tausend und 17 Männer
Es gibt viele Niveaus des Fluchens und zu den Schimpfwörtern, die als weniger schlimm betrachtet werden, gehören diejenigen, die mit Zahlen konstruiert werden. In Schweden sind religiöse Schimpfwörter gebräuchlich und früher hat man sie mit Zahlen verstärkt wie z.B. sjutton, attans und tusan. Mit der Zeit sind die ganzen Teufel und Co weggefallen und geblieben sind nur die numerische Maße. Was ist mit den 17 Männern? In Schweden ist ein leichterer Fluch för sjutton gubbar – für 17 (alte) Männer.
Gott und der Teufel
Religiöse Schimpfwörter sind keine Seltenheit in Europa und wo die Südländer die Madonna beschimpft, sprechen die Schweden von Gott und dem Teufel. Obwohl Schweden säkularisiert ist und die Kirche vom Staat getrennt ist, hört man trotzdem oft herregud (Herr Gott) oder men gud (aber Gott). Heute gar nicht so übel. Am häufigsten wird man aber Fan hören. Fan ist eine Benennung des Teufels und ist für die Schimpfwörter das, was hej für die Begrüßungen ist. Es wird ständig benutzt: wenn man sich verletzt hat, wenn etwas nicht gut genug läuft oder einfach als Verstärkungswort! Fan vad snygg du är idag! (Mann, du siehst heute aber gut aus!) Das schwedische Wort für Teufel ist hingegen djävul und das wird auch so wie Fan benutzt, aber in der Mehrzahl djävlar/jävlar. Ein dritter Name für den Teufel ist Satan und wird auch auf dieser Art benutzt, aber nicht ganz so häufig. Fan ist am üblichsten. Dann kommt djävlar und zuletzt kommt also Satan.
Der Intimbereich
Da Religion in Schweden nicht mehr so wichtig ist und diese Schimpfwörter als umgangssprachliche Verstärkungswörter benutzt werden, musste was neues her, das auch eine schockierende Wirkung haben könnte. Also benutzt man heutzutage Wörter, wie auf Deutsch, für Gegenstände im Intimbereich. Am besten mit einer Verstärkungswort wie djävla/jävla. Hier sind die fitta (Fotze) und der kuk (Schwanz) vertreten. Diese Wörter werden heute leider neben bög (Schwuler), und hora (Hure) als Beleidigung verwendet. Hoffentlich gibt es da bald eine Veränderung zu sehen.
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Aktualisiert am 6.6.2024